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Eröffnung BA (2008)


Funkmikrophon, Tischstativ, Rednerpult, 2 Lautsprecher, 2 Stative, Kopfhörer, Holzbank, mp3-Player, Audio, 18 Min

Bereits mit ihrem Diplomprojekt machte Lucie Kolb deutlich, dass ihr Interesse als Künstlerin dem narrativen Potential vorhandener gesellschaftlicher Kontexte und ihrer Inszenierung gilt. Die vom Direktor der ZHdK anlässlich der Diplomausstellung gehaltene Begrüssungsrede ließ sie an der eine Woche darauf stattfindenden BA Diplomausstellung in modifizierter Form von ihrem Vater wiederholen. Mehr als die Frage, warum die BA-Ausstellung seitens des Direktors nicht mit einer Begrüßungsrede bedacht war, stellt die Arbeit Fragen nach den Grenzen einer Realität sowie die Grenzen der Sprache, die diese Realität mitkonstruieren. Dadurch dass die Künstlerin die Rolle ihres Hochschuldirektors mit ihrem Vater besetzt, stellt sie auch ihre eigene Rolle – und Autorität -  als Künstlerin in Frage. Die Worte des Direktors in der Stimme des Vaters lassen eine transitorische Autorität erklingen, die in zwei sonst getrennten gesellschaftlichen Institutionen – Familie und Schule – «das Sagen hat». Während der Ausstellung konnte eine Aufnahme des im Vorfeld stattgefundenen Gesprächs der Künstlerin mit ihrem Vater angehört werden, in welchem sie die Einzelheiten zur Modifizierung und Inszenierung der Rede durchgehen. Damit setzt Kolb künstlerische Ansätze der historischen kontext- und systemanalytischen Kunst fort, stellt diese aber selbst als Inszenierungen dar. – Eran Schaerf

eroeffnung

Bild: Lucie Kolb. «Eröffnungsrede BA Diplomausstellung», 2008 (wie gezeigt an der BA Diplomausstellung, Sihlquai 125, Zürich)